Mehr innere Sicherheit im nächsten Teammeeting – 3 einfache Schritte für souveränes Auftreten
- Annette Schlotzhauer
- 14. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Entdecke, wie du im Teammeeting mit innerer Sicherheit, Klarheit und Präsenz überzeugst. 3 praxisnahe Schritte für souveränes Auftreten – wissenschaftlich fundiert und sofort umsetzbar.
Meetings sind oft der Ort, an dem Führungskräfte unter höchstem Druck stehen. Entscheidungen müssen getroffen, Konflikte moderiert und Botschaften klar vermittelt werden. Stell dir vor, du sitzt in einem Raum, die Stimmung ist angespannt, alle Blicke sind auf dich gerichtet und eine wichtige Entscheidung steht an. In diesem Moment entscheidet dein innerer Zustand darüber, ob du souverän wirkst oder verunsichert.
Der NLP-Ansatz nach Richard Bandler und John Grinder, weiterentwickelt durch Robert Dilts und Thies Stahl, zeigt: Innere Zustände steuern maßgeblich, wie wir kommunizieren und wahrgenommen werden. In der Sprache des NLP spricht man hier vom State Management, also der Fähigkeit, den eigenen emotionalen und mentalen Zustand bewusst zu steuern. Gerald Hüther und andere Neurowissenschaftler bestätigen, dass innere Sicherheit nicht nur ein subjektives Gefühl ist, sondern ein messbarer neurophysiologischer Zustand, der über die Aktivierung bestimmter neuronaler Netzwerke deine Präsenz, deine Klarheit und deine Wirkung direkt prägt (Hüther, 2016).
Wenn du deine innere Sicherheit stärkst, veränderst du automatisch deine äußere Wirkung. Dein Team nimmt dich klarer wahr, deine Worte finden mehr Gewicht und du kannst auch in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben.
In diesem Artikel zeige ich dir drei sofort anwendbare Schritte, mit denen du im nächsten Teammeeting sicher, klar und präsent auftrittst – und dabei die Grundlagen aus Psychologie, Neurowissenschaft und NLP bewusst einsetzt.
1. Atemtechnik für innere Ruhe
Hier nutzen wir eine Technik, die Hochleistungssportler, Elite-Soldaten und Spitzenführungskräfte seit Jahrzehnten einsetzen, um in entscheidenden Momenten maximale Kontrolle und Präsenz zu bewahren. Entwickelt und popularisiert wurde das „Box Breathing“ unter anderem durch die US Navy SEALs, um in hochstressigen Einsätzen innerhalb von Sekunden einen klaren Kopf zu behalten.
Studien zeigen, dass diese Atemtechnik die Aktivität der Amygdala reduziert, den präfrontalen Cortex stärkt und so die Fähigkeit zur rationalen Entscheidungsfindung verbessert (Kox et al., 2014, Proceedings of the National Academy of Sciences).
Die Methode wirkt, weil sie direkt das autonome Nervensystem beeinflusst. Durch das gleichmäßige Ein- und Ausatmen in festen Intervallen wird der Parasympathikus aktiviert – jener Teil deines Nervensystems, der für Entspannung, Regeneration und Fokus zuständig ist. Gleichzeitig sinkt der Cortisolspiegel, die Herzfrequenz stabilisiert sich und dein Gehirn schaltet von einer stressgetriebenen Reaktionshaltung in einen ressourcenreichen, lösungsorientierten Zustand.
So geht es in 60 Sekunden: Atme vier Sekunden tief durch die Nase ein. Halte den Atem vier Sekunden. Atme vier Sekunden durch den Mund aus. Halte wieder vier Sekunden. Wiederhole diesen Zyklus viermal. Das Ergebnis ist mehr Klarheit, innere Ruhe und die beste neurophysiologische Grundlage für souveräne Entscheidungen.
2. Klarer Gesprächseinstieg mit Zielansage
Der Beginn eines Meetings hat eine psychologische Schlüsselfunktion. Studien zur Gesprächspsychologie und Techniken im NLP unterstreichen, dass die ersten Sekunden den Erfolg des Gesprächsrahmens prägen.
Im NLP spricht man von Framing – der bewussten Gestaltung des inhaltlichen und emotionalen Rahmens – und von Future Pacing, der mentalen Vorwegnahme eines gewünschten Ergebnisses. Beim Future Pacing stellst du dir vor, wie du dein Ziel bereits erreicht hast, etwa wie du souverän deine Zielvorstellung formulierst und das Team ihr folgt, und nutzt diese mentale Klarheit, um dein Verhalten zu steuern und Motivation zu erzeugen (Sweet Institute, 2023).
Wenn du als Führungskraft den Einstieg nutzt, um ein klares Ziel zu formulieren, signalisierst du Richtung, Sicherheit und Kompetenz. Das funktioniert, weil unser Gehirn auf Orientierung reagiert. Klare Ziele aktivieren das dopaminerge Belohnungssystem, steigern die Aufmerksamkeit und geben dem Team ein gemeinsames mentales Zielbild (Schultz, 2002, Neuron).
Ein Beispiel: „Mein Ziel heute ist, dass wir gemeinsam eine Entscheidung zu XY treffen und alle die nächsten Schritte klar vor Augen haben.“ So stärkst du nicht nur die inhaltliche Struktur, sondern verankerst dich selbst in einem klaren, souveränen Zustand.
3. Blickkontakt und Körpersprache bewusst einsetzen
Nonverbale Kommunikation ist einer der stärksten Einflussfaktoren in der Führung. Albert Mehrabian entwickelte die bekannte Formel 7 % gesprochene Worte – 38 % Tonfall – 55 % Körpersprache, basierend auf Experimenten zur emotionalen Kommunikation (Mehrabian, 1971). Wichtig ist: Diese Regel gilt ausschließlich für Situationen, in denen die verbale und nonverbale Botschaft inkongruent sind, also nicht übereinstimmen.
Im NLP spricht man hier von Congruence – der Übereinstimmung zwischen innerem Zustand und äußerem Ausdruck. Congruence bedeutet, dass deine Körpersprache, dein Tonfall und deine Worte im Einklang sind.
Ruhiger Blickkontakt signalisiert Präsenz und Selbstvertrauen. Eine offene, aufgerichtete Körperhaltung erzeugt Respekt und Zugänglichkeit zugleich. Neurowissenschaftlich betrachtet unterstützt eine aufrechte Haltung die Sauerstoffversorgung des Gehirns und macht deine Stimme voller und stabiler. Pausen wirken wie Anker im Gespräch, da sie dem Gegenüber Zeit zur Verarbeitung geben und die Bedeutung deiner Worte unterstreichen. Vermeide hektische Bewegungen und lehne dich leicht nach vorne, wenn du betonte Punkte machst. So kombinierst du Nähe mit Autorität.

Vom Zögern zur Präsenz
Eine Führungskraft aus einem meiner Coachings berichtete, dass sie in Meetings oft schnell redete und sich unterbrechen ließ. Wir trainierten die oben genannten drei Schritte. In einer wichtigen Budgetbesprechung setzte sie vor ihrem Redebeitrag bewusst Box Breathing ein, eröffnete mit einer klaren Zielansage und hielt während des Gesprächs konsequent Blickkontakt. Bereits nach zwei Wochen bekam sie vom Team das Feedback, sie wirke ruhiger, klarer und überzeugender. Sie selbst sagte: „Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, das Meeting führt nicht mich. Ich führe das Meeting.“
Wie souverän bist du im Teammeeting?
Beantworte jede Frage mit „Ja“ oder „Nein“:
1. Atme ich bewusst, bevor ich spreche?
2. Starte ich jedes Meeting mit einer klaren Zielansage?
3. Halte ich ruhigen Blickkontakt, während ich spreche?
4. Pausiere ich bewusst, um meinen Worten Gewicht zu geben?
5. Wirke ich am Ende des Meetings genauso präsent wie am Anfang?
Auswertung:
4–5 x „Ja“: Du führst bereits mit starker Präsenz.
2–3 x „Ja“: Du bist auf einem guten Weg – gezieltes Training bringt dir mehr Sicherheit.
0–1 x „Ja“: Es lohnt sich, an deiner inneren Führung und Präsenz zu arbeiten.
Checkliste zum Download – „3 Schritte zur inneren Sicherheit im Meeting“
Fazit
Innere Sicherheit entsteht nicht durch perfekte Argumente, sondern durch die Fähigkeit, sich selbst zu führen. Mit gezielter Atemtechnik, klaren Einstiegen und bewusster Körpersprache setzt du im Meeting ein starkes Signal. Du bist präsent, souverän und führst mit Klarheit. Das ist nicht nur spürbar, sondern auch wissenschaftlich erklärbar – und trainierbar.
Wenn du diese Fähigkeiten vertiefen möchtest, lade ich dich herzlich zu meinem nächsten kostenlosen Workshop ein oder zu einem persönlichen persönlichen Gespräch, in dem wir deine Präsenz gezielt trainieren und deine Führungskompetenz nachhaltig stärken.



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